Ich reise noch weiter in den Norden Thailands – erstmal bis nach Chiang Rai. Auf dem Weg dahin sehe ich herrliche Berge, viele Reisfelder, Teakholzwälder, Bananen- und Ananasplantagen. Nach ca. einer Stunde stoppen wir an den heißen Quellen von Mae Kachan. Nicht dass ich hier friere und ich mich deshalb nach Wärme sehne 😅- nein, nein so ist es nicht! Aber es fasziniert mich, dass es hier überhaupt solche vulkanisch gespeisten heißen Quellen gibt und deshalb hab ich sie auf meinen Reiseplan gesetzt. Es riecht etwas nach faulen Eiern, es dampft und brodelt und kleine Geysire sprudeln aus einigen der unterschiedlichen Quellbecken. Das Wasser ist viel zu heiß, um darin zu baden! Geschäftig, wie die Thailänder sind, kann man hier kleine Körbchen mit Eiern kaufen, um sie sich selbst zu kochen! So heiß ist das Wasser! In Chiang Rai angekommen, besuchen wir zuerst den berühmten weißen Tempel. Er wurde von einem thailändischen Künstler entworfen und wird wahrscheinlich auch erst im Jahre 2070 vollständig zu Ende gebaut sein. Aber das, was schon fertiggestellt wurde, ist durchaus sehenswert. Momentan kann man ihn leider (wegen Corona) nicht von innen besuchen, aber auch von außen ist er sehr imposant. Danach besuchen wir noch den blauen Tempel und das so genannte schwarze Haus. Das ist eher ein Museum und die ausgestellte Kunst ist arg gewöhnungsbedürftig – Gemälde, Tierhäute, Geweihe und jede Menge Skulpturen, die häufig Fruchbarkeitssymbole darstellen. Wir schauen uns hier nicht alles an, weil wir irgendwann genug von dieser eigenartigen Kunst haben. Was mich allerdings sehr beeindruckt hat, ist der Besuch bei den Langhalsfrauen. Es ist eine Untergruppe der Karen – einem Bergvolk, was ursprünglich aus Tibet bzw. Myanmar kommt. Die Ringe am Hals sind aus Messing und eigentlich sind sie eine lange Spirale, die für jede Frau individuell angepasst wird. Was mich besonders beeindruckt, mit welchem Stolz sie diesen bis zu 15 kg schweren Schmuck tragen. Er symbolisiert Wohlstand. Die ärmlichen Behausungen in denen sie leben, haben nicht mal Fenster, deshalb sitzen sie häufig vor ihren Hütten. Die Hälse sind gar nicht so lang, weil es eher die Schultern sind, die durch das Gewicht nach unten gedrückt werden. Das ist definitiv nichts für mich – keine Ahnung, wie die es schaffen so zu schlafen🤔?! Aber anscheinend können sie sie auch irgendwann wieder ablegen, denn auch so eine Frau haben wir getroffen. Der nächste Tag beginnt mit dem Besuch einer Teeplantage, auch ein Projekt, um die Bergbevölkerung vom Opiumanbau wegzubringen. Natürlich verkosten wir auch den Tee, aber diesmal bin ich schlau und kaufe keinen! Schließlich haben wir fast 10 Jahre lang Tee getrunken, den wir uns damals aus Sri Lanka mitgebracht haben. Ne, ne – das passiert mir nicht nochmal 🤣🤣! Dann fahren wir weiter zu einem botanischen Garten, den die Oma des derzeitigen Königs angelegt hat. Da sie lange Zeit in Europa lebte, wurden auch viele mir gut bekannte Blumen angepflanzt. Aber natürlich gibt es auch viele wunderschöne Orchideen und andere exotische Pflanzen. Da hier auch Kaffee angebaut wird (wegen kein Opium mehr!), wird auch der noch verkostet – schon wieder so eine kleine Schlemmertour 😋- ohne geht es einfach nicht in Thailand 😁. Dann fahren wir in die nördlichste Stadt Thailands und sehen die Grenze zu Myanmar. Leider ist die verrammelt- Corona😝. Sonst hätte man auf der Mitte der Grenz-Brücke sehen können, wie der Verkehr von links nach rechts wechselt. Myanmar fährt nämlich – für uns – auf der richtigen Seite😉! Weiter geht’s durch zahlreiche Checkpoints – hier wird auf Drogen kontrolliert – zum goldenen Dreieck. So genannt, weil früher hier der Opiumhandel blühte. Opium war genauso teuer wie Gold und hat die Bevölkerung reich gemacht, jetzt ist der Anbau und der Handel verboten. Und Dreieck – weil hier die drei Länder Laos, Myanmar und Thailand aufeinander stoßen. Mit einer Bootsfahrt auf dem Mekong endet mein Ausflug in den hohen Norden Thailands und wir kehren nach Chiang Rai zurück. Die letzte Station meines Trips ist die fast 100 m hohe Guan-Yin-Statue, die chinesische Göttin des Mitgefühls und der Barmherzigkeit. Rund ein Viertel der Einwohner hier sind Chinesen, deshalb wurde zur Statue auch noch eine 9-stöckige chinesische Pagode gebaut. Die Statue hat innen einen Fahrstuhl und wir erleben, wie die Wachleute vor uns salutieren und uns eine gute Fahrt wünschen – das wirkte schon irgendwie merkwürdig und die Guide und ich müssen mächtig lachen 😂😂😂. Am nächsten Tag flieg ich von Chiang Rai zurück nach Bangkok und treffe Simone und ihren Mann Jörg. Simone und ich haben schon zusammen gelernt und dann auch gemeinsam in Dresden studiert. Es ist ein glücklicher Zufall, dass sie gerade jetzt ihren Thailand-Urlaub machen. So können wir einige Zeit zusammen reisen 😁. Ich hab eine wunderbare Reisebegleitung 😎 und kann den beiden einiges zeigen und erklären, weil sie zum ersten Mal in Thailand sind.


2 Antworten zu „Interessantes im Norden”.

  1. Avatar von Susi
    Susi

    So beeindruckende Bilder Peggy! Und echt verrückt, das mit den langen Hälsen. Kann das gesund sein mit den Ringen?! 🤪

    Viel Spaß jetzt mit deiner Reisebegleitung und wir wünschen euch viele weitere Abenteuer! 🤩

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    1. Avatar von Peggy

      Ich glaub, das nicht nur nicht gesund, das ist wohl eher schädlich für die Knochen. Hast du den Unterschied zu meinen Schultern gesehen … Sie haben eine ganz andere Körperhaltung … mir hat schon die blanke Vorstellung Schmerzen bereitet 😩
      Und vielen Dank für die netten Wünsche 😁🙋🏻‍♀️

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