Als ersten Markt schaue ich mir den wohl gefährlichste Markt der Welt an. Er nennt sich auch „Schirme-zurück-Markt“, weil mitten durch den Markt bis zu 6 Mal am Tag der Zug fährt und die Händler dann in Windeseile ihre Markisen (Schirme) zurückklappen, die Waren in Sicherheit bringen und den Zug passieren lassen. Danach geht der Markt ganz normal weiter. Dieses Schauspiel möchte ich mir nicht entgehen lassen und buche dazu eine deutschsprachige Gruppentour mit dem kleinen Hintergedanken, dass ich da hoffentlich ein paar nette Reisende kennenlerne. Als ich am Treffpunkt ankomme, stürmt ein netter älterer Thai auf mich zu und begrüßt mich herzlich. Er erklärt, dass ich seine erste Touristin seit zwei Jahren bin, dass er zwei Jahre nicht deutsch gesprochen hat und es eine exklusive Tour nur für mich ist! Ähm, WIESO? Ich hab doch extra vor der Buchung gefragt, ob sich noch andere angemeldet haben. Ja, aber die haben dann storniert! Super gelaufen😲! Er stellt sich als Herr Müller vor, weil sein thailändischer Name zu schwer ist. Er ist 71 und ehemaliger Lehrer – muss ich noch mehr sagen???😉 Das kann ja heiter werden … Er bedient alle Klischees… lacht ständig wie Sam Hawkens aus Winnetou- hi, hi, hi …. spricht in der 3. Person von sich selbst und wiederholt ständig alles, damit ich mir auch ja die ganzen Fakten einpräge … denn dann fragt er sie immer wieder ab … schrecklich- wie in der Schule! Ich schreibe fix in mein Handy, was er mir als News so alles vermittelt, dann kann ich später kurz nachschauen, bevor ich seine Fragen beantworte! Na ja, das hatte ich mir ganz anders vorgestellt! Wir fahren also zu einem ersten Markt, laufen etwas rum, probieren viele exotische Früchte und fahren mit einer Fähre auf die andere Flussseite. Von dort geht’s mit einer Rikscha zum Bahnhof. Da noch etwas Zeit ist, besuchen wir einen Tempel mit Wochentagsbuddhastatuen. Für jeden Wochentag gibt es eine eigene Buddhastatue in einer anderen Position. Hände gefaltet, Hände erhoben, liegend, stehend oder sitzend. Alles sehr interessant, aber einfach nicht zu merken – zuviele Infos… 😩 Was allerdings leichter zu merken ist, dass jedem Tag auch eine Farbe zugeordnet wird. Nur dass ich ständig danach gefragt werde, ist echt nicht so dolle … wären doch noch andere Opfer (Reisende) mit, dann würde sich diese Fragerei besser verteilen 😣 er meint es sicher nur gut … aber mich nervt es dann doch irgendwann! Da ich donnerstags geboren bin, ist meine Farbe orange. Herr Müller meinte, ich dürfte deshalb nur mit orangenen Taxis fahren und damit jeder weiß, wann ich geboren wurde, sollte ich mein Haus in dieser Farbe streichen. Da mein Mann sonntags geboren ist, ist seine Farbe rot. Also müssen wir unser Haus demnächst rot und orange streichen … ich glaube, das lassen wir lieber mal bleiben😎! Der Vollständigkeit halber nenne ich euch hier noch die anderen Farb-Zuordnungen: Montag – gelb💛, Dienstag – pink💖, Mittwoch – grün💚, Freitag – blau💙, Samstag – lila💜! Ach was bin ich froh, als wir dann endlich in den Zug steigen😉. Nach ca. 1 Stunde sind wir dann da. Wir stehen am Zugende und erleben dieses einmalige Schauspiel, wenn die Händler, nachdem der Zug vorbeigefahren ist, wie die Wiesel alles wieder hinräumen und die Schirme zurückklappen. Normalerweise würde man auf diesem Ausflug auch die andere Perspektive erleben. Ich meine die des Marktbesuchers, wenn der Zug ankommt. Aber wegen Corona fährt er momentan nur zweimal am Tag – vormittags und nachmittags. Also laufen wir zwar direkt auf den Schienen, aber die Bilder mit dem Zug kann ich euch nicht liefern … da müsst ihr mal ins Internet schauen, sorry😔. Nach soviel Rumgelatsche gibts dann etwas Entspannung, es geht weiter zum Golf von Thailand. Hier besuchen wir ein Fischerdorf, was von dem Anzucht von Herzmuscheln lebt. Mit dem Boot schauen wir uns diese Muschelfarmen an und sehen eine nicht sehr scheue aber dennoch wildlebende Affenbande. Die schon fast legendären schwimmenden Affen 🐒von Samut Songkhram! Allerdings schwimmen sie heute nicht, sondern angeln sich das Futter aus dem Wasser🤣🤣!
Meine zweite Gruppentour, die ich gebucht hatte, ging zum Blumenmarkt von Bangkok- eigentlich zur Blumendekoration, aber letztendlich war es wieder ein Marktbesuch, denn die Blumenbastelei hat nur so 30 Minuten gedauert und den Großteil der Tour verbrachten wir auf Märkten in Chinatown und Little India. Alles sehr sehr farbenfroh und äußerst sehenswert. Diesmal waren noch zwei Frauen mit dabei, die eine aus Bayern und die andere aus der Schweiz. Beide leben und arbeiten seit vielen Jahren in Bangkok. So konnte ich zwar keine Reisende treffen, aber immerhin ein wenig deutsch quatschen. Aber viel beeindruckender als mein Geschreibsel sind die Fotos – finde ich😊!





































