Bevor wir die Westküste der USA endgültig verlassen, fahren wir nochmal bei bestem Sonnenschein zum 190 m hohen Multnomah-Wasserfall in der Nähe von Portland. Der ist wirklich sehr beeindruckend und wir haben es nicht bereut, diesen kleinen Schlenker zu fahren. Dann aber geht der Flieger – mit kleinem Zwischstopp in Seattle – über Nacht an die Ostküste … nach Boston, der Hauptstadt von Massachusetts – unserem nun bereits 10. US-Bundesstaat. Wir landen kurz nach 6 Uhr morgens und sind wie gerädert 😥. Nein , so ein Nachtflug (und dann noch eine Zeitverschiebung von 3 Stunden, also ist es für uns erst nachts um 3!) ist wirklich nichts mehr für meine alten Knochen. Wir stellen in der Unterkunft (übrigens mal wieder ein Airbnb) die Rucksäcke ab – rein dürfen wir erst ab 16 Uhr! 😮- , ziehen fix was neues an und machen uns an die Erkundung der Stadt. Alles noch zu! So früh ist die Stadt richtig leer und vereinsamt. Alles in mir schreit nach KAFFEE 🍵! Wie gut, dass wenigstens Starbucks schon geöffnet hat. Aber eigentlich bin ich viel zu müde 😥 und der Kaffee hilft nur marginal. Volker hat den tollen(?) Einfall den Freedom Trial durch Boston zu laufen … der ist doch nur 4 km lang … da bleiben wir wach … häääh?! Der Einfall gefällt mir nicht, aber ich kann mich ja schlecht wie ein Penner auf irgendeine Parkbank hauen … Also latsche ich ihm hinterher 😡! Jetzt wird es auch noch warm … 30 Grad. Eigentlich nicht schlecht nach der kalten Küste, aber für einen übermüdeten Stadtbummel … zu warm! Ich knipse ziemlich desinteressiert mal hier mal da: ’ne Kirche, ’nen Denkmal, paar Häuser … und dann sind wir an der „USS Constitution“ – dem ältesten seetüchtigen Kriegsschiff der Welt. Volkers jetziger Einfall gefällt mir viel besser: Wir laufen den zweiten Teil des Freedom Trails einfach später, morgen oder so!?! Und deshalb ist nach dem Schiffsbesuch endlich Schluß mit rumlatschen 😀… aber es ist noch lange nicht um 4 😬! Mit unserer U-Bahnkarte können wir auch mit einer Fähre fahren und Boston ist vom Wasser ausgesehen auch sehr schön … Leider dauert es nicht lange, bis wir wieder runter müssen von der Fähre … schade! Jetzt laufen allerdings viel mehr Leute mit uns durch die Stadt und nach einem Hummerbrötchen gibt’s für Volker endlich mal ein Bier 🍺… dann noch eins … ich liege schon fast auf dem Tisch 😥 und es gibt noch ein drittes! Dann ist auch er kurz vorm einschlafen und wir entscheiden uns, jetzt das Airbnb zu entern, egal wie spät es ist! Kurz nach zwei schleichen wir uns rein und fallen ins Bett. Es ist nur ein Zimmer in einem Haus, was ich gebucht habe, und außer unserem Zimmer gibts noch drei weitere! Fast wie im Wohnheim … 😎 Küche und Bad wird geteilt! Tolle Erfahrung nach so langer Zeit 🙄. Der zweite Tag startet viel besser … mit frisch aufgebackenen Brötchen – wir haben einen Backofen! Oh, das schmeckt köstlich und riecht wunderbar 😍! Der zweite Teil des Freedom Trails ist auch irgendwie kürzer und so besuchen wir nach dem MIT (dem Massachusetts Institut of Technologie => also der Kaderschmiede der IT-ler) noch die erwürdige Harvard-Universität und entdecken ein tolles Eiscafe, wo es einen richtigen Eisbecher gibt … zwar aus dem Pappbecher, aber mit Früchten und Sahne🍨. Ich finde es richtig gut, dass wir jetzt in den Neu-Englandstaaten sind … die Esskultur gefällt mir hier prima 😁. Für den nächsten Tag haben wir ein Auto gemietet und fahren durch New Hampshire nach Maine an die Küste. Als erstes stoppen wir im mondänen Seebadeort Ogunquit mit richtig schönen schmucken Häuschen und einem tollen Badestrand. Völlig ahnungslos ziehe ich die Schuhe aus uns watschel ins Wasser … oh, ah, … ja … das nenn ich mal richtig kalt! Da frieren einem fast die Zehen weg! Der Strand ist nur was fürs Auge … auf gar keinen Fall was zum Baden. Aber wir sind ja nicht zum Baden hier, sondern um … Hummer zu essen. Das tun die hier in Maine früh, mittags und abends! Also ein kleines Stück weiter kurz vor Portland … dem anderen Portland hier in Maine … kaufen wir so ein Ding in einer Bude (Restaurant kann man dazu nicht wirklich sagen). Und wir haben überhaupt keine Ahnung, wie man den isst 🤤. Aber da kann man ja mal ein Video im Internet schauen… nur – ich habe grad keinen Empfang! Also muss Volker das Lätzchen umbinden und den Nussknackner einsetzen. Er bearbeitet das Teil mit vollem Einsatz und ich wische ihm die Spritzer aus den Haaren und dem Gesicht … wie gut, dass er das Lätzchen um hat 😂. Nein, davon durfte ich keine Fotos machen 🤣🤣🤣. Aber lecker ist – nein war – das Teil wirklich – absolut🦐 ! Wir fahren noch ein wenig die Küste rauf zu einem der vielen Leuchttürme und besuchen ein Fischermuseum, in dem ein riesiger Hummer hängt. Auf dem Rückweg stoppen wir nochmal, um ein Hummerbrötchen fürs Abendbrot zu kaufen. Das ist allerdings ein teures Ding (über 30 $ – dafür ist der Hummer ohne Panzer, also essfertig) und ewig anstehen müssen wir auch noch … aber was soll’s! Selbst Kevin Kostner und Robert Redford haben an dieser Bude schon gegessen und WIR jetzt eben auch 😃. Die Rückfahrt dauert fast 3 h und als wir das Auto zurückgegeben haben, genießen wir so gegen 22 Uhr das teuerste Brötchen, was ich je gegessen habe! So – jetzt haben wir aber genug Hummer gegessen … reicht wahrscheinlich sogar für den Rest des Lebens😂! Am letzten Tag in Boston nehmen wir uns die Zeit, das Museum der feinen Künste zu besuchen. Danach genießen wir in einem Straßencafe ein Törtchen und einen Cappuccino (mal aus einer Tasse) und es folgt ein Fotostopp an der Bostoner Symphony Hall – schließlich wurde diese Konzerthalle nach dem Vorbild des Leipziger Gewandhauses von 1884 entworfen. Leider ist die Konzerthalle geschlossen und von außen auch nicht wirklich imposant. Ohne die viel gepriesenen Cannoli zu probieren, wollen wir Boston nicht verlassen. Deshalb schlendern wir nochmal über den berühmten Quincy-Markt und kaufen drei verschiedene Sorten … aber ehrlich gesagt, sind uns die Dinger viel zu süß! Aber das ist ja alles Geschmackssache und hier haben wir unsere Geschmacksnerven reichlich gestreichelt … so viele leckere Sachen … herrlich 😁.


6 Antworten zu „Boston und Hummerschlemmen in Maine”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Hallo Ihr 2,
    Die Bilder von Boston sind sehr schön, besonders die vom MIT. Und liebe Peggy, dein Beitrag wieder so informativ.
    Kulinarisch habt ihr ja dort richtige Highlights.
    Hier ist jetzt alles gelockert, die Ferien beginnen und die Temperaturen sind auch schön sommerlich.
    Alle freuen sich aufs WE, …
    😖Ich habe Dienst.
    Aber dafür Mo und Di frei . Juhu und da werde ich nach Halle fahren.
    Seid ganz lieb gegrüßt von uns .
    Peter&Gudrun

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    1. Avatar von Peggy

      Oh, vielen lieben Dank, ihr zwei, fürs Kommentieren 😊. Ihr seid wirklich sehr zuverlässige Leser, was mich ganz besonders freut. Und das Arbeits-WE geht für dich hoffentlich ganz schnell vorbei und wenn du zum Wochenbeginn zu unseren beiden nach Halle fährst, dann knuddel sie mal ganz dolle von mir 😍! Wir sind heute von Florida mit dem Mietwagen, den wir dann schlußendlich in Miami abgeben werden, in Richtung New Orleans gefahren. Weil die Strecke doch etwas weit ist, sitzen wir gerade in Mobile (unserer Zwischenübernachtung) und haben gerade ganz lecker thailändisch gegessen. Hier sind die Temperaturen auch wieder sehr sommerlich und schwül ist es auch … Also sind wir temperaturmäßig gleich aufgestellt … 😎!
      Ich wünsche dir keinen Streß beim Arbeiten und ganz liebe Grüße an alle🙋🏻‍♀️

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  2. Avatar von Evi
    Evi

    Nun will ich mich doch mal aufraffen um „ Danke „ 🙏 zu sagen, für die letzten Berichte. Bin Euch auch in meinem Urlaub virtuell gefolgt, es macht immer wieder Spaß Deine toll geschriebene Berichte hier zu lesen. Und egal ob Du müde, hungrig, Dir zu kalt oder heiß ist , oder alles bestens läuft, dir gelingen immer tolle Fotos.
    Temperaturtechnisch sind wir nun wieder auf ähnlichem Niveau. Hatte während meiner Urlaubswoche mit dem Rad bestes Reisewetter. Gott sei Dank hatten wir uns eine Tour vorbei an tollen Seen ausgesucht.
    Ich wünsch Euch viele schöne Erlebnisse auf dem Weg nach Miami . Gruß aus Potsdam Evi

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    1. Avatar von Peggy

      Sooooo ein schöner Kommentar, da kann auch nur ganz herzlich Danke 😍 sagen. Es freut mich total, dass es dir so gut gefällt, was ich schreibe 😊 und dass du an meinen Fotos Gefallen findest … Es ist ja immer nur eine kleine Auswahl und manchmal fällt es richtig schwer, die besten rauszusuchen …
      Dass bei der Radtour alles geklappt hat, freut mich natürlich auch 😁. Wir haben heute auch eine Radtour -allerdings durch New Orleans gemacht – und mussten immer wieder vor dem Regen Schutz suchen … das einzig Gute daran war, dass es nicht wirklich kalt ist und der Regen die Schwüle etwas vertrieben hat. Und die Leute sind hier irgendwie alle relaxt und fröhlich … das ist auch sehr schön und irgendwie auch ansteckend 😀.
      LG und viel Spaß bei den weiteren Berichten 😉🙋🏻‍♀️

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  3. Avatar von Rolf
    Rolf

    Peggy, ich muss schon sagen, dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, ist ganz nach meinem Geschmack. Uns ist so etwas ähnliches in New York passiert. Durch den Flug und Jetleg aus Deutschland waren wir am Morgen um 5 Uhr schon alle wach. Was tun. Ab in die U- Bahn zu einem Bagelbistro ( Empfehlung vom Arbeitskollegen). Auf dem Bahnsteig war kaum jemand, alles irgendwie gespenstisch und dunkel und die erste Ubahn fuhr prompt an unserer Ziel- Station vorbei. Das war die Expressbahn die nur an den Hauptstationen hält. Also zurück, dann ins Bistro und wunderschön mit den Leuten gequatscht. Sobald die Leute merken dass man Deutscher ist, kommt man in den Smalltalk. Das hat mir so gut gefallen, dass ich vergessen hatte, dass meine Familie sich eigentlich NY ansehen wollte. Schade, dann musste ich wohl oder übel mitgehen😉.
    Die Ostküste ist bei uns auch noch auf dem Plan, aber mit Wohnmobil.
    Ich hätte nicht gedacht, dass der Fischer neben dem Hummer im Marinemuseum erst 33 Jahre alt ist. Sorry Volker😅

    Liebe Grüße
    Ramona und Rolf

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    1. Avatar von Peggy

      Vielen lieben Dank fürs Kommentieren und für die tolle Geschichte … Du hast ja auch immer so eine wirklich unterhaltsame Art zu berichten …. oft denke ich an die Geschichten aus Südafrika unter dem Titel: 4 Schlafsäcke und ein Rolf 🤣🤣🤣 und das treibt mir unweigerlich ein fettes Grinsen ins Gesicht 😁. Eine schöne Erinnerung !
      Solltet ihr bei eurer geplanten Ostküstentour ein paar Tipps von uns wünschen … Dann herzlich gern
      LG vom jugendlichen Hummerfischer und von mir natürlich 😁🙋🏻‍♀️

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