Wir fahren schweren Herzens von Swakopmund weg- Richtung Nordosten ins Damaraland zur Spitzkoppe. Traurig sind wir, weil uns die Fewo in Swakopmund richtig gut gefallen hat und weil wir eure tollen Statusfotos vom frühlingshaften Sonntag in Deutschland nicht anschauen können. Unser Campingplatz an der Spitzkoppe hat keinen Strom, kein Wasser und weder WLAN noch Handyempfang. Alles sehr rustikal – vor allem das Plumpsklo (in engl. long drop) 😁 Beim Einchecken erhalten wir eine Karte des Campingplatzes und die Info, dass sich jeder seinen Platz selbst aussuchen kann und wenn Gegenstände dastehen, das bedeutet, dass der Platz besetzt ist. Dann wird uns noch erklärt, dass es an zwei Stellen Duschen und WC’s gibt. Dann fahren wir los und sind über die immense Größe des Campingplatzes erstaunt. Mit Laufen erreichst du hier nicht viel, die einzelnen Plätze sind richtig weit von einander entfernt. Wir entscheiden uns für Campsite 3 – ganz in der Nähe des Rock-Pools. Der Platz ist idyllisch mit einer eigenen Höhle, vielen Namib-Felsen-Agamen und wundervoll blühenden Büschen. Weil es warm, nein richtig heiß ist, gehen wir gleich noch zum romantischen Rock-Pool. Ich bin als erste drin, Volker kommt viel später rein und bleibt auch nur kurz im Wasser. Als ich mich umziehe, habe ich überall kleine grüne Punkte … iiiihhh- überall am ganzen Körper. Da wir kein Wasser am Campsite haben, versuche ich, so gut es geht, mir das grüne Zeug mit einem feuchten Handtuch abzuwaschen, aber ich will lieber duschen. Also entschließen wir uns, zum Duschen zu fahren und dort auch gleich Abendbrot zu essen, weil wir dann dort gleich abwaschen können. Also packen wir den Camper wieder zusammen und lassen die Leine mit den nassen Handtüchern, eine Teekesel, Volkers Schuhe und das Brennholz fürs romantische Feuer da. Als wir zurückkommen, steht ein anderes Auto mit Dachzelt auf unserem Platz. Es stellt sich heraus, dass es Deutsche sind, die der Meinung sind, dass das Zeug wohl jemand vergessen hat. Wir diskutieren heftig und treffen auf völlig uneinsichtige Mitmenschen. Sie bauen hier schon 20 Minuten auf und fahren doch auch schon um 6 Uhr früh wieder weg, das ist doch alles nicht so schlimm! Um weiteren Ärger zu vermeiden wechseln wir den Campingplatz- und finden, leider für die guten Fotos wegen des besseren Lichtes bei Sonnenuntergang zu spät, einen anderen Platz in der Nähe der Felsenbrücke. Die ist bei Fotografen sehr beliebt und schmückt zahlreiche Kalender. Wie gut, dass wir zwei Nächte hier sind! Wir machen uns ein Feuerchen und warten auf den Sternenhimmel. Aber auch da haben wir nicht viel Glück – der Mond scheint heut besonders hell 😡.

Am nächsten Morgen krabbelt Volker zeitig aus dem Camper, um die Erfahrung zumachen, dass es bei Sonnenaufgang eigentlich keine guten Fotos von der Felsenbrücke gibt, nur das Foto von der Spitzkoppe selbst ist wunderschön 😊. Dann gibt’s wieder an den Duschen Frühstück- schließlich gibt’s da wenigstens ein WC und auch Wasser für den Abwasch. Die nächste Aufgabe für diesen Tag heißt: Campsite 3 sichern! Wir schreiben sogar einen Zettel, lassen Tisch und Stühle und den Camper zurück! Geschafft …unser Revier … so! Die Nächsten bauen wieder ab, egal wie lange sie schon aufgebaut haben, das steht fest!😬 Dann laufen wir zu den Buschmännern, um mit ihnen eine Tour zu den ziemlich alten Felsmalereien zu machen. Als wir mit ihnen ins Gespräch kommen, meinten sie, sie bräuchten ein Auto, weil die Tour zum Laufen zu weit sei. Wir erklären, dass wir nur einen Camper mit 2 Sitzen haben, ja was will man da machen, die haben kein Auto für die Tour. Also holt Volker den Camper und der Guide fährt vorn und ich fahre das erste Mal hinten drin mit. Hoffentlich – okkupiert niemand Campsite 3 ??? 🙄 Volker fährt schön langsam und ich habe einen Liegesitz! Zuerst sehen wir uns mit dem Guide eine Höhle an, allerdings sind die Felsmalereien sehr verwittert. Ich fotografiere sie trotzdem, lösche sie aber später wieder, weil auf den Fotos nicht wirklich viel zu erkennen ist. Dann wandern wir … wohin ist unklar … warum ist unklar … der Guide erklärt nicht viel … wir sehen ein paar Klippspringer und nach der Pause auch noch einige Zebras. Dann gehts mit unserem Camper zurück, jetzt erklärt er uns noch ein paar Pflanzen und wir sehen die Felsmalereien – wieder nicht viel zu erkennen. Naja, ich bin mir mit Volker einig, von jetzt an, wird hier alles gefahren – es ist irre heiß heute. Kaltes Bier, kalte Cola, nächste Felsmalerei. OK, nur aussteigen, angucken, fertig! Das war der Plan! Da wussten wir noch nicht, dass wir einen ziemlich großen Felsen hochklettern müssen, ich nutze die vorhandenen Ketten, Volker spielt Gemse und schafft es ohne. So diese Felsmalereien sollten jetzt aber wirklich toll sein, nach der ganzen Schinderei. Aber … ihr könnt es euch sicherlich denken … Naja, auch diese Fotos lösche ich später wieder … Wenn jetzt noch einer auf Campsite 3 steht, dann …

Was haben wir für ein Glück 😁😁😁😁- alles noch frei! Volker geht heute alleine zum Rock-Pool …. und kommt mit grünen Punkten wieder (ihn stört es bei weitem nicht so, wie mich gestern🤔). Nach dem Abendessen bekommen wir auch endlich die Fotos mit der Felsenbrücke im Licht der untergehenden Sonne, abends wieder Lagerfeuer – toller Tag!


4 Antworten zu „Spitzkoppe”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Superschöne Fotos 👍.
    Die Dimension vom Campingplatz ist ja nur zu erahnen. Aber wenn ihr zur Dusche mit d. Camper fahrt…. 😄. Alles sehr Corona konform.
    Liebe Grüße, Gudrun

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    1. Avatar von Peggy

      🤣🤣🤣 ja – alles sehr Corona-konform! Man hätte auch laufen können ca. 20 Minuten von Campsite 3 und 35 Minuten von Campsite 7 … Toller Kommentar ☺
      Vielen lieben Dank 👍

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  2. Avatar von T.N.
    T.N.

    Hallo Urlauber toller Bericht und super gute Fotos. Danke T.N.

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    1. Avatar von Peggy

      😊👍🙋‍♀️

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