Irgendwas stimmt nicht mit mir- ich will heute mal (ganz freiwillig) wandern ?? Hä?? Ja, genau! Heute ist es nicht so extrem warm wie gestern (da hatten wir 28 °), das Wetter ist sonnig, also laufe ich los. Der Signal-Hill ist direkt hinter dem Haus der Gastfamilie, da will ich heute mal rauf! Mein Gastvater macht ein mürrisches Gesicht und meinte, dass sei ganz schön gefährlich, wenn ich alleine gehe. Er gibt mir den Rat, immer dort zu wandern, wo auch andere Leute sind. Okay, das verspreche ich (was soll mir schon passieren?) Es geht steil die Straße rauf- ein wenig wie in San Francisco. Es dauert nicht lang und ich versuche eine Abkürzung … keine gute Idee, weil ich in einer Müllkippe lande. Also zurück, da kommt mir schon ein älterer Mann entgegen und meinte, dass das sicher der falsche Weg sei und wo ich denn hin will. Ich erzähle es ihm, er zeigt mir den richtigen Weg und ich bin sichtlich beeindruckt, dass hier alle auf einen aufpassen. Alles klar – nur der richtige Weg ist erstmal ein schmaler Trampelpfad, der steil nach oben geht. Und dann sehe ich, wie mir zwei riesig große schwarze Hunde entgegen kommen. Die haben es sehr eilig – leichte Panik bei mir! Kein Herrchen weit und breit! Okay, der Pfad ist zu schmal, ich also ab ins Gebüsch. Sie stoppen kurz vor mir und bellen und knurren mich an – sie reichen bis zu meiner Hüfte! Keine Angst zeigen, den Blick nach unten und … sie passieren mich und ich bin total erleichtert! Erste gefährliche Begegnung gemeistert – plums, da fällt ein Stein von meinem Herzen. Okay, jetzt gibt’s hier keine Experimente mehr! Ein Stück vor mir sehe ich ein paar Leute und ich versuche in deren Nähe zu kommen. Sie machen Gott sei dank eine Pause und ich geselle mich dazu. Zwei Frauen, drei Kinder und ein Mann mit einer Dogge. Etwas verwundert fragen sie mich, ob ich ganz allein unterwegs bin. Als ich das bejahe, fragen sie, ob ich sie begleiten will? Ja, das kommt mir grade sehr gelegen und schon umkreist mich der Hund – diesmal allerdings hält der Mann die Leine fest. Er meinte, jetzt weiß der Hund, dass ich dazu gehöre. Plumps. Wir kommen ins quatschen, sie loben mein Englisch 😊 und ich erfahre dass die beiden Frauen Mutter und Tochter sind, die aus England kommen. Der Mann ist Südafrikaner und deshalb lebt die Familie schon 12 Jahre hier und die Oma ist auf Besuch da. Es läuft sich wesentlich leichter, wenn man jemanden zum quatschen hat. Kurz bevor wir oben sind, meldet eins der Kinder schreckliche Bauchschmerzen an und wir trennen uns wieder. Die Familie geht zurück. Die letzten Meter laufe ich allein, ein paar Mountainbiker kommen mir entgegen, sonst treffe ich keinen weiter. Oben ist viel los (man kann nämlich auch ganz bequem mit dem Auto hochfahren) und ich freue mich, dass ich ein Eis kaufen kann.
Und weil mir mein Eis so prima geschmeckt hat und es auch erst halb zwei ist, laufe ich wieder zurück zum Schild und entscheide mich noch ein wenig in Richtung des Lion’s Head zu wandern … nur mal gucken, wie weit ich komme … 🤔 muss ja nicht bis rauf sein! Es wandert sich ausgezeichnet, okay und dann hab ich auch schon einen fantastischen Blick auf Camps Bay mit seinem Traumstrand und auf die 12 Apostel. Kurzer Blick Richtung Gipfel- nein, das sieht nicht mehr sehr weit aus! Also los … und dann stehe ich vor einem Schild … ich kann es nicht so richtig übersetzen, außer: „Benutze …, Ketten und … auf dein eigenes Risiko“ . Okay, das kann ja nicht so schlimm werden: No Risk – no fun! ABER, es war wirklich sehr herausfordernd! Jetzt weiß ich auch, dass „ladders“ Leitern und „stapels“ Klammern (Griffe) in der Wand sind! 😀 Es war kein leichter Weg nach oben! Als ich dann doch ganz oben auf dem Lion’s Head stehe, schlottern meine Knie und meine Arme und ich bin fix und fertig … Doch dann wird das Wetter schlechter, der Tafelberg ist gar nicht mehr richtig zu erkennen und mir wird bewusst: „Du musst da auch wieder runter!“ Plötzlich hab ich es eilig und deshalb missachte ich alle Kletterregeln von Kuno! Ich nehm alles was ich habe zu Hilfe, um heil wieder runter zukommen. Kuno, es lässt sich ganz wunderbar mit Knien oder auch auf dem Hosenboden klettern, wusstest du das? Und ganz besonders dann, wenn es anfängt zu regnen und die Stufen, Steine und Griffe klitschig werden! Ich verfluche meinen Ehrgeiz, unbedingt auf diesen Berg zu wollen- und das nicht nur einmal! Irgendwann hole ich meinen Regenschutz für den Rucksack raus und finde Suse’s Schutzengelchen. Oh, da bin ich aber froh, dass ich den heute dabei hatte! 😊 Ich komme klitschenass (zum Glück war es nicht kalt) an der Straße an und bestelle mir ein uber für den Rückweg. Geschafft 🤩 aber völlig fertig 😝!
























