Für heute habe ich eine Kleingruppen-Tour zum Kap der guten Hoffnung über „GetYourGuide“ gebucht. Die Gruppe ist sehr klein, das merke ich als ich abgeholt werde. Ich erwarte einen Van oder Minibus, aber es kommt mit 20 Minuten Verspätung ein normales Auto. Außer mir noch 2 andere Personen. Sie sitzen hinten und so steige ich vorn als Beifahrer ein. Der Guide stellt mir die beiden vor Kristina aus Russland und Guiseppe aus Belgien. Wir fahren auf der Ostseite immer entlang der False Bay.

Den ersten Stopp gibt es in Simon’s Town auf der Ostseite des Kaps. Zeit für einen Kaffee und ein Croissant. Geplant sind 20 Minuten, aber die russische Lady ist nicht da. Guiseppe läuft los, um sie zu suchen und kommt nicht wieder. Der Guide läuft los, um die beiden zu suchen. Na toll! Ich stehe geschlagene 20 Minuten blöde rum, ehe der Guide zurück kommt und mir erklärt, dass wir jetzt ohne die beiden weiter fahren, weil der nächste geplante Stopp bei den Pinguinen nur 5 Minuten weg ist. Im Auto telefoniert er nochmal und da kommen die beiden doch noch. Ich erkläre Kristina, dass sie 20 Minuten zu spät ist und sie schaut mich nur an. Da hätte man sich ja auch mal entschuldigen können, oder? Na ja, wir fahren weiter zum Boulders Beach mit seiner berühmten Pinguin-Kolonie. Und jetzt merke ich, dass die anderen beiden eigentlich ein Pärchen sind. Na ja, ist wohl nicht der beste Tag für sie! Egal, die Pinguine sind wirklich drollig und es macht Spaß ihnen zuzusehen. Der Strand ist traumhaft – mit den riesigen Felsen … Am Ausgang treffe ich die beiden und merke, wie sie sich streiten. Ich laufe zum Auto und hinter mir kriegen sich die beiden richtig in die Haare. Mehrere Leute auf dem Parkplatz müssen eingreifen, damit es nicht komplett eskaliert. Der Guide versucht auch zu schlichten, ich setz mich schnell ins Auto und denke nach, was das wohl noch für ein Ausflug werden soll. Mit zwei Streithähnen, dem Guide und mir – egal ich kann’s nicht ändern! Dann kommt der Guide zurück und erklärt, dass die beiden nicht weiter mitkommen werden. Ich habe eine exklusive Tour – der Guide und ich. Wie sich das hier immer fügt, ist schon merkwürdig, aber für mich läuft es prima! 😊
Dann fahren wir zu zweit weiter zum Kap der guten Hoffnung. Da ich jetzt der einzige Gast bin, kann ich- wo immer ich will – den Guide bitten zu stoppen, um ein interessantes Foto zu schießen. Unterwegs sehen wir die scheinbar doch gefährlichen Affen (die heißen Baboons). Das sind Bärenpaviane und vor ihnen wird überall gewarnt, denn klein und niedlich sind sie nicht. Und so steige ich auch lieber nicht aus dem Auto, um sie zu fotografieren. Dann stoppen wir kurz, um Strauße am Meer zu fotografieren, auch nicht so häufig möglich, wie mir der Guide erklärt. Am Kap sind nicht wirklich viele Leute, ich schätze mal so insgesamt 30. Viele machen Picknick am oder im Auto. Also kann ich ganz allein auf dem berühmten Foto sein, ohne dass mich irgendeiner drängelt. Danach fahren wir zum Kap-Point und ihr werdet es nicht glauben, ich laufe bis zum Leuchtturm rauf – freiwillig (obwohl man mit einer Standseilbahn hätte fahren können)! Unterwegs bereue ich es kurz, diesen Entschluss gefasst zu haben, weil es doch ziemlich steil bergan geht und ich unter meiner Maske schnaufe, wie eine alte Dampflok.
Auf dem Rückweg fahren wir an der Westseite der Kaphalbinsel entlang. Der Atlantik hat hier nur 9 bis 12 Grad- wirklich zu kalt, um zu baden. Die Strände sehen trotzdem traumhaft aus. Ein paar Kiter nutzen den Wind … Dann fahren wir den berühmten Chapman’s Peak Drive, der jedoch mautpflichtig ist. Gebaut wurde er von 1915 bis 1922 von Sträflingen aus Robben Island. Die Straße windet sich direkt an den Klippen lang. Wir kommen an der Hout Bay vorbei, was so viel wie Holzbucht heißt, weil es hier früher jede Menge Wald gab, den die Holländer dann für ihre Boote und andere Dinge abholzten. Zum Schluss sind wir wieder in Camps Bay an dem tollen Strand mit Palmen, türkisem Wasser und weißem Sand und haben einen tollen Blick auf die 12 Apostel von Kapstadt.



























