Heute bin ich wieder alleine zur Uni gelaufen, ich denke das klappt jetzt jeden Tag. Da ich einen anderen Weg genommen habe, gab es auch wieder andere Dinge zu sehen, wie z.B. diesen Blumenkübel oder diese Malerei an der Fassade, was mich gleich an Dörte und ihre Vorliebe für dicke Frauen denken lies. Dörte, du hättest hier jede Menge Spaß…😉




Gestern habe ich auf an Anraten meiner Lehrerin die Klasse gewechselt. Deshalb habe ich jetzt nicht mehr ganz so junge Kerle in meiner Klasse sitzen, aber trotzdem nur Jungs bzw. Männer. Zwei aus Saudi-Arabien, einer aus dem Irak, einer aus dem Jemen und einer aus der Türkei. Mal sehen, wie es mit denen so klappt. Morgen wollen die sogar einen Test mit mir schreiben- ganz ehrlich: da hört der Spaß auf! Deshalb habe ich gleich gefragt, was denn passiert, wenn ich den Test vermassel? Die Antwort war: „Nichts“. Ok, dann ist es mir auch egal 🤔 Der Nachmittag ist wieder interessanter als der Vormittag in der Klasse: Wir machen heute eine Radtour auf der Seepromenade von Kapstadt! Der Guide hat mich gestern ganz vorsichtig gefragt, ob ich denn 5 km hin und 5 km wieder zurück schaffen würde???? Das ist doch wohl ein Witz, wie sind denn die andern sonst so drauf? Egal, als ich seine Frage bejaht habe, ist er sehr erleichtert. 😉 Um zur Fahrradausleihstation zu kommen, nutzen wir ein Sammeltaxi. Das ist ein Minibus für ca. 9 Personen. Der „Schaffner“ kann auch im Bus stehen, angegurtet wird hier sowieso nicht! Und so passen je nach Bedarf auch noch mehr Leute rein. Jeder wird desinfiziert und es wird kuschelig für die Einheimischen, ich sitze mit der Lehrerin in einer eignen Reihe und wir müssen auch nicht zusammenrücken; eine wirklich interessante Erfahrung! Und billig ist es außerdem, umgerechnet ca. 0,50 € pro Person und Fahrt, egal wie weit. Ich muss ja eh nichts bezahlen, das ist alles mit den Gebühren für meinem Sprachkurs bezahlt, genauso wie das gestrige Essen. Am Startpunkt angekommen, leihen wir die Räder aus, sie werden komplett desinfiziert – sogar der Sattel?! Nach den ersten Metern fällt mir auf, dass keines der Räder eine Bremse am Lenker hat. Ok, das macht es dann doch etwas herausfordernd! Man kann nur den Rücktritt nutzen, um zu stoppen. Das könnt ihr ja auch mal gerne probieren, da muss man sich schon etwas umstellen. Da aber nicht so viele Leute auf der Promenade unterwegs sind, ist alles machbar. Unser erster geplanter Stopp ist an einem Kunstobjekt. Leider steht es auf der Wiese, die gerade mächtig beregnet wird. Der Guide meinte, ich solle mal über die Pfützen (in der Wiese) fahren und macht es vor. Da er mächtig rumeiert, suche ich einen anderen Weg, der für mich auch besser klappt. Allerdings muss ich am Kunstobjekt vom Rad runter, und lande mitten in einer riesige Pfütze. So jetzt sind die Schuhe und die Füße nass – prima. Da es warm ist, ist es nicht so schlimm. Dann bittet mich der Guide auf das Kunstwerk und erklärt mir die Zahlen am Boden. Es sind Jahreszahlen und daneben die Anzahl der verbliebenen freilebenden Nashörner in Südafrika. Die Zahlen werden pro Jahreszahl immer kleiner. Ich kann sie nicht richtig lesen, weil in diesem Moment der Regensprenger mich und den Guide erfasst 🤣🤣🤣 So jetzt bin ich komplett nass, von oben bis unten! Als ich gerade fühle, ob mein Handy ok ist, dreht der nächste Rasensprenger in unsere Richtung – wirklich ein heiden Spaß auf dem engen Kunstobjekt. Der Guide meinte ich solle mal durch das Prisma sehen, ob ich ein Nashorn erkenne. Ich schaue kurz, werde wieder klitsche nass, bejahe seine Frage und sehe zu, dass ich von diesem nassen Kunstobjekt runterkomme. Da es Sommer und richtig warm ist, ist es nicht schlimm. Das Handy hat auch alles gut überstanden, so dass ich jetzt auch herzlich darüber lachen kann. Das nächste Kunstobjekt ist wesentlich trockner! Es ist eine symbolische Brille. Sie hat die Form, wie die von Nelson Mandela. Und wenn man durchschaut, sieht man Robben Island. Dort war er inhaftiert und bei seiner Freilassung vergaß er seine Brille in der Zelle.






