Auf dem Weg nach Las Vegas verlassen wir Kalifornien und fahren nach Nevada. Und da fällt uns spontan Area Fifty One ein- die streng vertrauliche UFO-Forschungsstation der US Armee. Und weil es der Zufall so will, sehen wir am Straßenrand ein Hinweisschild und stoppen kurz für ein Foto. Dann aber weiter in Richtung Spieleroase. Unsere Reiseberatung empfiehlt vorher noch einen Abstecher in den Red Rock Canyon, gleich bei Las Vegas. Da wir die Gästekarte für alle Nationalparks der USA erworben haben (sie soll sich spätestens nach dem 3. NP amortisieren), und wir auch noch genügend Zeit haben, fahren wir hin. Aber, es ist komplizierter als gedacht. Wir können nicht in den Park rein, ohne eine Reservierung zu haben -coronabedingt ist die Zahl der Besucher begrenzt. Diese Reservierung macht man über eine App. Handyempfang mal wieder Null… 😭. Aber es gibt WLAN. Okay, App herunterladen, Account einrichten, Reservierung machen … aber es geht nicht!😬 Ruhig Blut, BRAUNER!!! Volker wird von der Dame am Schalter ziemlich unfreundlich weggeschickt und ist so richtig sauer. Also versuche ich es mit der Masche: dummer Deutscher braucht mal Hilfe. Auch mir gibt die Dame den unmissverständlichen Hinweis, dass sie nicht helfen kann, ich soll zurück in die City (also Las Vegas) fahren und eine Telefonnummer anrufen. Nee, nee … da stell ich mich stur und verlasse den Schalter einfach nicht … zeige mein Handy und bitte sie mir zu helfen, und lass mich einfach nicht abwimmeln. Sie tippt auf meinem Handy rum, beantwortet irgendwelche Fragen, die ich nicht richtig übersetzt hatte …und schon klappt’s. Na bitte geht DOCH!😛Jetzt können wir uns den Park anschauen und er ist wirklich sehr beeindruckend, aber nicht wirklich groß, wenn man mit dem Auto durchfährt. Die meisten wandern hier, aber so viel Zeit haben wir nun auch wieder nicht. Jetzt geht’s in die Glitzermetropole. Wir checken im Luxor ein – ein Hotel, dass wie eine Pyramide aussieht und direkt am Strip liegt – dem berühmten Abschnitt des Las Vegas Boulevard mit zahlreichen Casinos und Mega-Hotels. Das Hotel ist riesig – über 4000 Zimmer- und es gibt beim Einchecken eine Warteschlange wie auf dem Flughafen. Wir brauchen über eine halbe Stunde, ehe wir dran sind. In der Hotellobby beginnt auch das Hotelcasino und es gibt Livemusik und riesige Monitore. Alles ziemlich laut und schon etwas irritierend für uns alte Leute, aber es herrscht riesige Stimmung und jeder scheint gut drauf zu sein. Nach einer Erkundungsrunde mit dem Auto über den Strip und jeder Menge skurriler Eindrücke versuchen wir am Abend auch mal unser Glück im Casino, schließlich sind wir in Vegas. Aber wir stellen uns derart blöd an, dass wir nicht begreifen, wie wir die Dollar in das Spielgeld für die Automaten wechseln können. Es ist total laut und dass hier drin geraucht wird, sorgt auch nicht für Entspannung. Irgendwann finden wir einen Automaten, der Dollar nimmt. Wir füttern ihn mit 20 Dollar und ehe wir uns versehen (ich weiß noch nicht mal was das Ziel des Spiels ist 🙈) sind fast 6 Dollar weg. Ok, jetzt kann ich mir den Rest auf einen Coupon drucken lassen und den Automaten wechseln. Doch auch hier waren es höchstens 2 Minuten bis das Geld alle war … ne, ne es soll wohl nicht sein! Wir lassen das mal lieber bleiben und beenden den Weg zum schnellen Geld 😁. Am nächsten Morgen besuchen wir Volkers Großcousine, sie erwartet uns zum Frühstück. Ich kenne sie zwar nicht, aber die Chemie stimmt und wir unterhalten uns prächtig und mampfen dazu ein typisch amerikanisches Frühstück mit Bacon, Eiern, Toast und selbstgemachten Eierkuchen mit leckerem Fruchtsalat. Die beiden Kinder der Familie haben Besuch der Nachbarskinder und alle sind hypnotisiert, weil wir uns deutsch unterhalten. Wahrscheinlich hören sie das nicht allzu oft 😎. Dann fahren wir zum größten Staudamm der USA – dem Hoover Damm. Ich hatte gelesen, dass beim Bau soviel Beton verwendet wurde, den man auch benötigen würde, um eine zweispurige Autobahn von New York nach San Francisco zu bauen. Und dass die heute überall bekannten Bauarbeiterhelme ursprünglich 1933 für die Arbeiter des Staudamms erfunden wurden. Es ist ein wirklich beeindruckendes Bauwerk. Der Colorado speist diesen Stausee (er heißt Lake Mead) und das Wasser ist so klar, dass wir von oben eine Schildkröte und mehrere große Fische schwimmen sehen können. Da es hier mal endlich wieder schön warm ist, freut sich Volker über eine aufgestellte riesige Kühlstation. Das sollten die mir mal in mein Arbeitszimmer stellen, wenn wieder Hitze angesagt ist! Dann geht’s zurück in die Spielermetropole und abends wagen wir uns – diesmal allerdings zu Fuß – auf den Strip. Anders als in anderen Städten in Amerika, darf man in Las Vegas auf offener Straße Alkohol konsumieren. Und das tun hier auch alle … fast jeder hat irgendein Trinkgefäß in der Hand, manchmal mit sonderbaren Formen wie einem Damennetzstrumpf oder einem Stiefel. Und es umweht uns ein ständiger Haschgeruch. Die Straßen sind voll und wir sind glücklich, dass wir einen guten Platz ergattern können, um am Bellagio Hotel (bekannt aus dem Film Oceans Eleven) die kostenfreie viertelstündig stattfindende Springbrunnenshow zu sehen. Zur Musik tanzen die Wasserfontänen und es ist wirklich toll, das zu sehen. Wir hören einmal die Musik von Elton John und auf dem Heimweg, die von Frank Sinatra. Und jetzt haben auch wir das Vegas-Grinsen im Gesicht 😁. Richtig schön und sehr beeindruckend. Aber wir wollen noch zum künstlichen Vulkanausbruch, der immer zur vollen Stunde vor dem Mirage Hotel startet. Auch hier bekommen wir Logenplätze und spüren sogar die Hitze des Vulkans … es ist alles so gigantisch, abgefahren und extravagant hier. Es ist nicht unsere Welt, aber wir sind froh, dass wir es mal live gesehen und erlebt haben.


2 Antworten zu „Vegas – schrill und abgefahren”.

  1. Avatar von
    Anonymous

    Hallo Ihr Zwei,
    habe die letzten Tage am Stück gelesen. Wieder tolle Berichte und super Fotos. Die Eindrücke sind sehr vielfältig. Manche Landschaftsfotos haben mich an Namibia erinnert.
    Schön, dass Ihr geimpft seit.
    Das mit den relativ wenigen Menschen bei den Sehenswürdigkeiten hat auch sein Gutes.
    Wünsche Euch eine wundervolle Zeit.
    Liebe Grüße aus Berlin
    Monika

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    1. Avatar von Peggy

      Hallo Moni, ja das mit den wenigen Leuten ist jetzt vorbei. Wir mussten heute eine 3/4 h warten, ehe wir in den NP rein durften. Aber es sind meist US-Bürger und fast keine Touristen, die wir treffen. Es sind wunderbare Landschaften hier und man könnte endlos Fotos machen. Eins muss ich wirklich sagen: spektakuläre Landschaften können die Amis und zwar zu Hauf!
      LG nach Berlin und schön gesund bleiben 😊🙋🏻‍♀️

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