Wir verlassen Windhoek und fahren ca 300 km südwärts in die Kalahari. Eigentlich eine Wüste, neuerdings aber als Trockensavanne bezeichnet. Ist mir egal, für mich ist es eine Wüste. Und ich bin immer noch überrascht, dass es doch viel grüner als erwartet ist. Kurz vor Mariental liegt Namibias größtes Wasserreservat. Der Hardap-Damm staut das Wasser des Fish-Rivers (Fischflusses). Der Stausee ist eine mächtig braune Brühe, aber doch ziemlich gewaltig. Wir machen ein kleines Picknick, es ist klasse, wenn man den Kühlschrank immer dabei hat 😊. Hier blühen viele gelbe Blumen und es gibt richtig viele Schmetterlinge. Auf dem Weg zum Quartier sehen wir noch eine Horde Affen und später auch Strauße. Leider halten die nicht still und laufen vor uns weg, sodass ich sie nicht fotografieren kann. Das muss sich aber noch ändern, sonst kann ich euch ja gar keine schönen Fotos präsentieren. Ein Strauß läuft eine ganze Weile neben unserem Auto- wir fahren 40 km/h. Er hält da spielend mit!
In der Lodge genieße ich ein kühles Bad im Pool. So hält man es locker in der Wüste aus 😉.

Wir bestellen das Menü für 20 € pro Person zum Abendbrot und fahren zu unserem Camping-Stellplatz. Hier ist alles sehr weitläufig und die nächsten Nachbarn sind vielleicht 300 m weit weg. Der Stellplatz hat ein Sanitärhäuschen mit Toilette, Dusche und Waschbecken. Sehr geräumig und es gibt auch richtig viel Wasserdruck, ein tolles Gefühl mitten in der Wüste. Stille rundherum. Zum Abendessen laufen wir zum Restaurant- ca. 20 Minuten und sehen einem tollen Sonnenuntergang. Das Abendessen ist sehr romantisch mit Feuerschale und unter einem Reetdach im Freien angerichtet. Es gibt mehrere Gänge, alles schmeckt wirklich ausgezeichnet und es sind diesmal auch vernünftige Portionen. Durch die Lichter der romantischen Stimmung werden unzählige Insekten angelockt. Sie schwirren um einen herum, fallen unmotiviert auf den Tisch und landen auch manchmal auf dem Teller. Aber – und da verstehe ich keinen Spaß- auch immer wieder auf mir, in meinen Haaren, im Ausschnitt meines T-Shirts und welche krabbeln mir sogar von unten in die Hose! Ich schlage wie eine Verückte um mich und sehne jeden Gang schleunigst herbei! Das liegt aber ganz bestimmt nicht im Blut der Afrikaner … und wahrscheinlich amüsieren sie sich prächtig darüber, wie die Deutsche mit den Insektenattacken kämpft. Ich will morgen auf keinen Fall nochmal ein romantisches Diner im Freien! Endlich kommt der letzte Gang, das Dessert ist köstlich – die Insekten schrecklich! Wir laufen mit unseren Stirnlampen in der Dunkelheit zurück und sind vom Sternenhimmel über der Wüste fasziniert. Die Milchstraße und auch das Kreuz des Südens wecken Erinnerungen an Australien … wir geraten ins Schwärmen und die Attacken sind vergessen !
Zum Frühstück besucht uns eine Fuchsmanguste, sieht fast wie ein Erdmännchen aus. Dann fahren wir nach Mariental, da gibt’s nicht viel. Wir schauen uns die Kirche (leider nur von außen) an und kaufen was zum Abendessen und fürs morgige Frühstück. Dann wieder Pool – das ist Urlaub! Nachmittags starten wir zur Jeepsafari (da wir die einzigen Gäste sind, wieder sehr privat) durch die Kalahari, anschließend zur Gepardenfütterung und zum Abschluss noch ein paar Gin Tonics zum herrlichen Sonnenuntergang! Ein wirklich faszinierendes Abenteuer! Wir sehen wirklich jede Menge Tiere: Säbelantilopen, Springböcke, Giraffen, Gnus, Nashörner dazu noch eine riesige Herde Oryx und später zwei Zebras, aber die halten mal wieder nicht still! Dazu kommt noch das Abenteuer Jeep- es macht dem Fahrer richtig Spaß mit Speed die Dünen hoch zu fahren und dann etwas langsamer runter. Es ist fast wie bei einer Berg- und Talfahrt auf dem Rummel 😁! Wir staunen über die gewaltige Nester der Webervögel. Die Vögel selbst sind gar nicht so groß (etwa wie ein Spatz), aber sie leben in riesigen Kolonien mit bis zu 300 Vögel! Die Nester sind stark frequentiert, fast wie in einem Bienenstock! Es ist ein fast ein Wunder, dass wir diese tollen Farben bestaunen dürfen. Unser Guide bestätigt uns, dass es das erste Mal seit 8 bis 10 Jahren ist, dass die Kalahari so grün istt. Was haben wir doch für ein Glück 🤩! Die Lodge hat zur Zeit 6 Geparden, die hier aufgepäppelt werden, weil sie als Baby verlassen wurden. Wir dürfen zur Fütterung dabei sein. Wenn sie groß genug sind, werden sie wieder in die Freiheit entlassen. Was für tolle Eindrücke!




























